Struktur und Bewegung
Zeitgenössische Landschaftsmalerei zwischen Ordnung und Fluss
Seit eh und je beschäftige ich mich intensiv mit einer Frage:
Wie kann ich meine Naturerlebnisse einfangen – nicht als Abbild, sondern als räumlicher Zustand?
Mich interessiert weniger die Darstellung von Landschaft als deren innere Struktur. Nicht der Horizont. Nicht das Motiv. Sondern das Gefüge aus Bewegungen und formalen Bezügen.
Dabei taucht immer wieder ein scheinbarer Gegensatz auf:
Struktur und Bewegung.
Struktur steht für Setzung, Halt, architektonische Klarheit.
Bewegung steht für Verschiebung, Durchlässigkeit, Veränderung.
In meinen aktuellen Arbeiten versuche ich nicht mehr, diesen Gegensatz auszugleichen. Ich lasse ihn wirken.
Raum als offenes Gefüge
Die Bilder entstehen aus Farbbewegungen, die nicht sofort stabilisiert werden.
Flächen bleiben durchlässig.
Farbereignisse entstehen und werden nicht vollständig erklärt.
Der Raum bildet sich weniger durch klassische Perspektive als durch energetischen Einsatz.
So entsteht eine Landschaft, die nicht eindeutig verortet ist.
Kein klar definiertes Oben oder Unten.
Kein festes Zentrum.
Stattdessen ein Gefüge, das sich zwischen Struktur und Fluss bewegt.
Zeitgenössische Landschaft
Vielleicht ist dies eine mögliche Form heutiger Landschaftsmalerei:
nicht das Abbild eines Ortes, sondern die Untersuchung eines Raumzustands.
Natur erscheint hier nicht als Gegenüber, sondern als Bewegung im Bildraum.
Im März werde ich in die USA reisen – ein Ortswechsel, der die Wahrnehmung verändert. Über den Tellerrand schauen – danach ist mir.
Im Anschluss bin ich Teil der GEDOK-Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum im Morat-Institut Freiburg zum Thema „Häutungen“. Ein riesiges Bild wird dort von mir gezeigt.
Beide Kontexte greifen das Motiv der Verschiebung auf.
Struktur und Bewegung sind kein Widerspruch.
Es sind zwei Aspekte desselben Raums, in dem wir atmen.
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